Medizin: Online Selbsthilfe gefragt

In der Selbsthilfe haben Online-Foren zu Themen der Gesundheit schon längst einen festen Platz. Dies erfordert gerade von den Ärzten ein intensiveres Beschäftigen mit den Patienten, da diese sich schon vorher Informationen eingeholt haben. Urologen der Universität Heidelberg haben hierzu eine Studie gemacht, in wie weit Web 2.0 Besserungen für den Patienten bringt und wie sich die Kommunikation zwischen Arzt und Patient damit verändert.

Für die meisten Patienten sind die Selbsthilfe Foren sehr hilfreich. So können viele Ratschläge und Informationen eingeholt werden und gleichzeitig eine bessere Bewältigung mit einer Erkrankung erfolgen. Für die Studie analysierten die Mediziner im Internetforum der Selbsthilfegruppe für Prostatakrebs die Beiträge. In der Studie wurde untersucht für welche Behandlungsmethoden sich die Patienten entschieden. Dafür hat man Postings aus zweieinhalb Jahren analysiert.

In den meisten Beiträgen wurde ein spezielles Krankenhaus oder ein bestimmter Arzt empfohlen. Bei den Behandlungen lag die Strahlentherapie vor der OP. Genauso oft wurde zu Zweitmeinungen geraten. Die Analyse zeigt, dass sich die Nutzer gegenseitig ermutigen, jedoch ihre Privatsphäre schützen. Außerdem wird das Wort „Krebs“ bewusst nicht benutzt.

Für Ärzte sind diese Selbshilfeforen sowohl positiv als auch negativ. Patienten können schon vorher voreingenommen sein oder Fehlinformationen haben, was den Medizinern viel Geduld abverlangt. Genauso können sich jedoch auch Ärzte in den Foren ein Bild von den Ängsten und Sorgen der Patienten machen. Auch gibt es schon ehrenamtliche Ärzte die in solchen Foren als Experten zur Seite stehen.

Das Internet sollte vorsichtig genutzt werden, bei der Online Krankheitsrecherche. So kann das Netz auch verunsichern und Ängste schüren. Deshalb haben die Mediziner aus Heidelberg bereits 2009 ein Projekt gestartet „Patienten beraten Patienten“, bei denen Erfahrungen weitergegeben werden können und so die Angst genommen wird.

Bildquelle: @DarkoStojanovic / pixabay.com

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