Kaiserschnitt birgt Risiko für Babylunge

Der Kaiserschnitt wird oft als die problemlosere Variante zur natürlichen Geburt gesehen. Doch eine neue Untersuchung zeigt, dass dies nicht stimmt. Frauen nehmen, indem sie sich freiwillig ohne medizinischen Grund für einen Kaiserschnitt entscheiden, ein erhöhtes Risiko für die Lunge ihres Babys in Kauf. Eine weitere Studie zeigt, dass Frauen nach einem Kaiserschnitt immer wieder blind ihrem Gynäkologen vertrauen, der ihnen auch bei einer Folgeentbindung wieder zu einem Kaiserschnitt raten wird.

Für die Studie haben Forscher die Geburtsdaten von 2500 Babys analysiert, die zwischen der 25. und 34. Schwangerschaftswoche zur Welt kamen. Davon wurden 46 Prozent natürlich entbunden und 54 Prozent per Kaiserschnitt. Bisher dachte man immer, ein Kaiserschnitt sei eine schonendere Variante für das Baby, doch dies dürfte falsch sein.

Kaiserschnitt-Babys hatten zu 30 Prozent häufiger das Neugeborenen-Atemnotsyndrom. Dies ist eine ernsthafte Atemstörung, die besonders häufig beim Frühchen auftritt und zu Organschäden führen kann. Auch ansonsten zeigte der Kaiserschnitt keine Vorteile in Bezug auf Blutung, Apgar-Werte, Krämpfe und Sepsis. Daher sollte man die Entscheidung des Arztes immer hinterfragen, ob man nicht doch eine natürliche Geburt dem Kaiserschnitt vorziehen kann.

Gerade bei zu kleinen oder reifen Kindern kann ein Kaiserschnitt Nachteile für die Lunge des Babys haben. Von zwei Kindern mit Geburtsgewicht von 2.700 Gramm, die in der 36. SSW zur Welt kommen, hat nur das mit dem Kaiserschnitt Atemprobleme. Oft muss es mehrere Tage intensiv betreut werden, während das Kind mit normaler Geburt keinerlei Anpassungsstörungen zeigt. Der Stress den die Wehen bei der Spontangeburt auf das Baby ausüben ist gut für die Resorbtion der Lungenflüssigkeit. Bei einem Kaiserschnitt hingegen bleibt die Flüssigkeit in den Lungen.

Bei der Entscheidung der Geburtsmethode spielt auch der Frauenarzt eine große Rolle, wie eine weitere Studie zeigt. Dabei hat man Schwangere untersucht, die bereits einmal einen Kaiserschnitt hinter sich hatten und nun keinen Grund hatten nochmals per Kaiserschnitt entbinden zu müssen. Beim zweiten Mal vaginal zu entbinden gelingt in 60 bis 80 Prozent der Fälle. Doch viele Frauen entscheiden sich für einen Kaiserschnitt.

Nach dieser Erhebung entscheiden sich viele Frauen für die Methode,die der Frauenarzt vorschlägt. Wenn sich der Gynäkologe für einen Kaiserschnitt entscheidet, probieren nur 4 Prozent eine natürliche Geburt. Ermuntert der Arzt allerdings zur natürlichen Geburt, erhöht sich die Zahl auf 43 Prozent. Allgemein wissen viele Frauen mit einem Kaiserschnitt nichts über Vor- und Nachteile, sowie Risiken.

Gynäkologen haben meist nur wenig Zeit die Frauen intensiv zu beraten. Der Kaiserschnitt ist demnach für den Arzt einfacher, da er genau geplant werden kann. Wenn der Gynäkologe die Risiken bei einer Spontangeburt sehr dramatisch darstellt, entscheidet sich doch jede Frau für einen Kaiserschnitt.

Bildquelle: @Kaedesis / pixabay.com

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